Jürg Graser

TEC21, 2011, Nr. 42–43

Kontroverse um die Erneue­rung

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Das in einem Wettbewerb ermittelte Renovationskonzept für das Gymnasium Strandboden hat in Biel eine Kontroverse ausgelöst. Wie erneuert man Nachkriegsarchitektur, ohne in ein Dilemma zwischen Energieeffizienz und Denkmalpflege zu geraten? Ein Diskussionsbeitrag des Komitees « Rettet den Gymer Strandbode! »1. Seit der Jahrhundertwende stehen viele Gebäude aus der Hochkonjunktur der Nachkriegszeit im ersten Erneuerungszyklus nach ihrer Erstellung. Darüber, wie solche Renovationen baulich umzusetzen sind, gehen die Meinungen noch weit auseinander. Weil es sich um eine architektonisch bis heute kontrovers besprochene Epoche handelt, ist der « Alles– wegwerfen- Reflex » weit verbreitet. Er steht allerdings in augenfälligem Widerspruch zur wachsenden Sensibilität für Fragen der Energieeffizienz und der ökologischen Verträglichkeit. Mit undifferenzierten Rückbauten werden unnötig Ressourcen vernichtet, die bei genauer Betrachtung ohne Nachteile weiter genutzt werden könnten. Bei den Nutzern und Nutzerinnen, in der Verwaltung und in der Politik fehlt oft noch das Verständnis für eine ganzheitliche Sichtweise.