Jürg Graser

werk, bauen + wohnen, 2013, Nr. 5

Max Schlup

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In Europa blieben die ersten Jahre nach Kriegsende von Arbeitslosigkeit und Armut geprägt. Auch in der vom Krieg verschonten Schweiz konnten die Autos in den Strassen an einer Hand abgezählt werden, telefoniert wurde am schwarzen Bakelit–Wandapparat und nur wenige Wohnungen verfügten über Zentralheizung, Einbauküche und Bad mit fliessendem Warmwasser. Erst Anfang der Fünfzigerjahre gewann dank des rasanten Wirtschaftswachstums die Zuversicht wieder die Überhand. Scharen von Mittelstandsfamilien reisten im Deux–Chevaux in den ersten Sommerurlaub ans Meer, saugten ihre Wohnung anstatt sie zu fegen und tranken zum Feierabend ein prickelndes Bier aus dem Kühlschrank. Man brach zu neuen Horizonten auf, der Fortschrittsglaube kannte keine Grenzen. Der Schritt vom Schreinerberuf des Vaters zur Architektenlaufbahn des Sohnes bedeutete deshalb für Max Schlup nicht nur die Aussicht auf eine erfolgreiche Karriere, sondern auch auf die aktive Mitgestaltung des anbrechenden Zeitalters, das noch ungebrochen an die Segnungen der Technik glaubte.