Jürg Graser

Architekturforum Biel (Hg.), Max Schlup Architekt, Sulgen, 2013

Noti­zen zu Leben und Werk

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Die enorme Willens– und Kraftanstrengung des europäischen Wideraufbaus aber auch die unübersehbaren Zeichen des Aufschwungs legten nahe, an die Möglichkeit einer völlig neu gestalteten Zukunft zu glauben. Mit der Industrialisierung schien zudem ein Mittel zur Umsetzung dieser Ideale zur Verfügung zu stehen. Neununddreissigjährig gelang ihm 1956 mit dem Wettbewerbserfolg für das Bieler Kongresshaus mit Hallenschwimmbad sein erster grosser Erfolg. Der schlank aufragende Turm und das kühne Hängedach wurden zum eigentlichen Wahrzeichen der Zukunftsstadt. Das Gebäude konnte 1966 bezogen werden. Die Rezeption blieb widersprüchlich. Schlups Mut und Kraft, dem Projekt trotz all der politischen und technischen Widerstände zum Durchbruch zu verhelfen, brachte ihm nicht nur Zustimmung ein. Dennoch begründet gerade der Kongresshauskomplex Schlups Ruf als jungen hervorragenden Architekten, die Aufträge für die ESSM in Magglingen, das Kirchgemeindehaus Farel und die Schule Champagne in Biel sind auch vor diesem Hintergrund zu sehen.